Lauscher
Psychogenealogische Forschung zeigt, wie tief gehört werden – und nicht gehört werden – ein Leben prägt. Skulpturen mit übergrossen Ohren übersetzen dieses Spannungsfeld in eine körperliche, leicht karikaturhafte Form: verletzliche, zugleich wachsame Köpfe, die jedes Echo aus der Vergangenheit zu registrieren scheinen.
Das Motiv fragt, wessen Stimme im System Raum erhält und wessen Erfahrungen im Verborgenen bleiben. Die reduzierten Köpfe auf schmalen Holzsockeln, die Ohren überproportional betont, verweisen auf Rollen wie „Zuhörer:in“, „Stimmungsträger:in“ oder „Frühwarnsystem“ in Familien- und Beziehungssystemen.
Im Spannungsfeld von Komik und Ernst stellen die Skulpturen die Frage, wann aus dauerndem Lauschen ein eigenes Sprechen wird. Sie werden zu Projektionsflächen für Grenzziehung, Selbstwahrnehmung und die Transformation geerbter Muster in eigene, selbstbestimmte Narrative.


