Zukunft braucht Herkunft
Psychogenealogische Forschung untersucht die unsichtbaren Bindungen innerhalb eines Systems und ihre Wirkung über mehrere Generationen. Sie geht davon aus, dass unverarbeitete Erfahrungen, Traumata und Loyalitäten der Vorfahr:innen in nachfolgenden Generationen weiterwirken und sich in wiederkehrenden Mustern, Lebensentwürfen und Beziehungskonstellationen zeigen.
Im Zentrum dieser Arbeit stehen diese transgenerationalen Verstrickungen und die Frage, wie sich alte Geschichten, unausgesprochene Konflikte und Geheimnisse im heutigen Leben bemerkbar machen. Auf Basis von Archivrecherchen, Gesprächen, künstlerischen Skizzen und sensibler Wahrnehmung entsteht ein vielschichtiges Bild des Systems, das Bruchstellen, Wiederholungen und nicht eingelöste Potenziale sichtbar macht.
Die Untersuchung verbindet psychogenealogische Ansätze mit künstlerischen und intuitiven Methoden. Historische Dokumente, Kirchenbücher und Fachliteratur fliessen ebenso ein wie Zeichnungen, Malerei und Arbeiten an Originalschauplätzen. So entsteht eine narrative und visuelle Spurensuche, die nicht nur dysfunktionale Muster freilegt, sondern auch Ressourcen, Verdienste und neue Gestaltungsspielräume erkennbar macht.
